Seoul dreht an der Eskalationsspirale

Die südkoreanische Marionetten-Regierung unter dem rechtskonservativen Präsidenten Yoon Suk-yeol droht den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu eskalieren.

Wie jüngst die Junge Welt berichtete, äußerte sich Yoon in einem Interview mit der Zeitung „Chosun Ilbo“ über Pläne, bei künftigen Manövern mit der US-Armee auch den Einsatz von Atomwaffen zu üben.

Ein Eklat! Denn damit scheint der US-besetzte Süden nun den de facto-Status der „nuklearen Teilhabe“ zu erlangen. (Ähnlich der BRD im Rahmen des US-amerikanisch dominierten NATO-Bündnisses.) Was das für den brüchigen Waffenstillstand entlang des 38. Breitengrades bedeutet, dürfte klar sein. Stimmen werden laut, die bereits von einer „ostasiatischen Mini-NATO“ sprechen.

Besonders brisant ist dabei die Haltung der Regierung Yoons, die seit ihrem Machtantritt im März letzten Jahres keinen Zweifel daran lässt, dass Frieden und Verständigung keine Optionen für sie sind.

Im Gegenteil verschärfte sich nicht nur der Ton gegenüber der Demokratischen Volksrepublik Korea. Dem rhetorischen Säbelrasseln folgten immer wieder auch militärische Provokationen, bis hin zu geheimen Spezialoperationen, die direkt die territoriale Integrität der DVRK bedrohten. (Die AiP berichtete über die Covid-verseuchten Flugblätter, die mit Ballons über die innerkoreanische Grenze geschickt wurden.)

Pjöngjang reagierte dagegen besonnen, aber bestimmt. In logischer Konsequenz zu der immer aggressiver und unberechenbarer agierenden Clique um Präsident Yoon potenzierte die DVRK ihre militärische Schlagkraft und stärkte damit die Verteidigungsfähigkeit des Landes. Dem militärischen Atomprogramm kommt dabei besondere Bedeutung zu, ist doch der Bestand und die Entwicklung atomarer Abschreckungswaffen ein wichtiger Garant für den Erhalt der Souveränität. (Libyen und der Irak lassen grüßen …)

Die Frage ist nun, was die anderen Akteure der Region auf das Kriegsgebrüll aus Seoul entgegnen. Insbesondere die Reaktionen Chinas und Russlands, als Partner und Nachbarn der DVRK werden mit Spannung erwartet. Aber auch aus Washington ist bislang weder Zustimmung noch ein Dementi zu vernehmen. Man hüllt sich stattdessen in vielsagendes Schweigen.

Der Bericht über die 6. erweiterte Plenartagung des ZK der Partei der Arbeit Koreas in der VIII. Wahlperiode nimmt Stellung dazu.


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